Anfang 2013 fand nach einer Reihe von Vorbereitungstreffen die Gründungsversammlung und damit auch die erste Generalversammlung der Energiegenossenschaft Inn-Salzach eG (kurz EGIS eG) statt. Bei der Gründungsversammlung haben insgesamt 153 Mitglieder Anteile gezeichnet, darunter die Städte Alt- und Neuötting sowie die Gemeinden Emmerting und Mehring. Heute ist die Genossenschaft auf über 1.000 Mitglieder angewachsen.
Die EGIS eG beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Bau und der Wartung von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Seit ihrer Gründung wurden bereits viele Projekte realisiert, darunter Photovoltaikanlagen, mehrere Aufdachanlagen und ein Wasserrad. In jüngster Zeit hat die Genossenschaft in neue Aktivitäten in den Bereichen E-Mobilität und Wärmenetze investiert und damit ihr Geschäftsfeld weiter ausgebaut. Darüber hinaus beliefert die Genossenschaft ihre Kunden auch mit Strom, Gas und Holzpellets.
Factsheet
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Standort:Neuötting, Bayern, Deutschland
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Eingesetzte Energietechnologien:PV, Wasserkraft, (Biogasanlage und BHKW in Planung)
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Anzahl der Mitglieder:über 1.000
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Finanzierungsmodell:Genossenschaft
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Umfang:Regional
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Aktivitäten der Energiegemeinschaft:Energieerzeugung, E-Mobilität (geplant), Kooperative PPA-Modelle
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Website:https://www.egis-energie.de
Sektorenkopplung in Bundorf
In Bundorf hat die EGIS eG ein wegweisendes Projekt im Bereich Sektorenkopplung realisiert: Der Solarstrom aus dem angrenzenden Solarpark wird nicht nur ins Stromnetz eingespeist, sondern über eine Großwärmepumpe auch direkt in Wärme umgewandelt. Dieses Power-to-Heat-System versorgt das lokale Wärmenetz und macht die Gemeinde unabhängig von fossilen Brennstoffen. Ein integrierter Wärmespeicher sorgt dafür, dass die Energie auch dann verfügbar ist, wenn die Sonne nicht scheint – ein echtes Vorbild für die dezentrale Wärmewende.
Auf einen Blick
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Inbetriebnahme:Mai 2024
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Netzlänge:ca. 1,6 km Wärmeleitungen
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Wärmequellen:2 x 200 kW Luft-Wärmepumpe, 200 kW Hackschnitzelkessel, 400 kW Elektrokessel (Backup)
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Pufferspeicher:75 m³ (75.000 l) Warmwasser
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PV-Anlage:~1,5 MWp Direktstrom vom Solarpark
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Versorgte Gebäude:ca. 20 private Haushalte & kommunale Liegenschaften (Rathaus, Bürgerhaus, Kindergarten)
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Wärmeabsatz jährlich:ca. 0,9 GWh (900 MWh)
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Investitionsvolumen:insgesamt ca. 3,6 Mio. €, davon rund 40% Fördermittel; 1,38 Mio. € für PV Teilfeld
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Grund- und Arbeitspreis:Grundgebühr ca. 700 € p.a. (Mitglieder 700 €, Nichtmitglieder 750 €); Arbeitspreis 7,99 ct/kWh
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CO2-Einsparung:ca. 242 t im Jahr
Lessons Learned
Aus dem Projekt Bundorf lässt sich ableiten, dass die integrierte Verbindung eines großen Solarparks mit einem Fernwärmenetz zwar technisch anspruchsvoll, aber ökologisch und wirtschaftlich tragfähig ist, wenn die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger strukturell verankert ist. Die Versorgungssicherheit auch bei schwankender Solarproduktion gewährleistet die Kombination von Pufferspeicher, Wärmepumpe und Biomassekessel. Die klare Tarifstruktur mit stabilen Grund- und Arbeitspreisen sowie die reduzierten Preise für Genossenschaftsmitglieder fördern Vertrauen und ermöglichen langfristige Perspektiven. Die Einbindung kommunaler Gebäude als erste Anschlüsse erwies sich als kluger strategischer Schritt. Hervorzuheben ist die Bedeutung eines partizipativen genossenschaftlichen Modells, das Bürger:innen unmittelbaren Nutzen bringt und die lokale Wertschöpfung stärkt. Bundorf dient dank seiner Auszeichnungen und sorgfältigen Planung als Blaupause für die Realisierung von klimafreundlichen Fernwärmenetzen auch in kleineren Ortschaften, die über lokale Ressourcen verfügen und eigenständige Energiekonzepte umsetzen wollen.
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