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Start/Themenschwerpunkte/Wärmenetze/Umsetzung

3 Umsetzung

Die Umsetzungsphase ist die zeitaufwendigste und kapitalintensivste Etappe. Hier fließen Fördermittel, Kredite und Eigenkapital in die physische Infrastruktur. Eine präzise Koordination der Gewerke und eine transparente Kommunikation mit den künftigen Nutzern sind jetzt das A und O.


Registereintragung und volle Rechtsfähigkeit

Bevor große Kredite ausgezahlt oder Verträge final unterzeichnet werden können, muss der Gründungsprozess formal abgeschlossen sein.

Unterschritte

  • Abschluss des Gründungsaudits durch den Prüfungsverband.
  • Notarielle Anmeldung und Eintragung ins Genossenschaftsregister.
  • Eröffnung der endgültigen Geschäftskonten.

Hürden

Verzögerungen bei den Registergerichten; Nachforderungen des Finanzamts zur Gemeinnützigkeit (falls angestrebt).

Erfolgsfaktoren

Enge Abstimmung mit dem Verband (z. B. BWGV oder GVB), um die Unterlagen fehlerfrei einzureichen.


Investitionsförderung und Finanzierungsabschluss

Jetzt wird der „große Sack“ zugemacht. Ohne die Förderzusage und den finalen Kreditvertrag darf kein Bagger rollen.

Unterschritte

  • Beantragung der Investitionsförderung (z. B. BEW Modul 2).
  • Einzahlung der gezeichneten Geschäftsanteile durch die Mitglieder.
  • Finalisierung der Darlehensverträge mit der Bank (ggf. unter Einbindung von Bürgschaften).

Hürden

Förderschädlicher vorzeitiger Maßnahmebeginn (Baustart vor Bewilligung!); steigende Zinsen während der Verhandlungsphase.

Erfolgsfaktoren

Professionelle Begleitung der Förderanträge; ein hoher Eigenkapitalanteil (Mitgliederanteile), der die Bank von der Solidität überzeugt.


Ausschreibung und Vergabe

Die Planung des Ingenieurbüros wird nun in konkrete Aufträge für Baufirmen und Heizungstechniker übersetzt.

Unterschritte

  • Erstellung der Leistungsverzeichnisse (Ausschreibungsunterlagen).
  • Einholen und Vergleichen von Angeboten (Tiefbau, Rohrleitungsbau, Anlagentechnik).
  • Vergabe der Aufträge und Festlegung des Bauzeitenplans.

Hürden

Explodierende Material- und Baukosten; fehlende Kapazitäten bei spezialisierten Tiefbaufirmen.

Erfolgsfaktoren

Festpreisgarantien oder klare Preisgleitklauseln in den Verträgen; Vergabe an regional erfahrene Firmen.


Bauliche Realisierung (Netz und Heizzentrale)

Das Projekt wird im Straßenbild sichtbar. Diese Phase erfordert starkes Projektmanagement.

Unterschritte

  • Errichtung der Heizzentrale (Rohbau und technische Installation).
  • Rohrleitungsbau: Öffnen der Trassen, Verlegen der gedämmten Rohre und Schließen der Decken.
  • Koordination mit anderen Medienträgern (Strom, Wasser, Glasfaser), um Synergien zu nutzen.

Hürden

Unvorhergesehene Hindernisse im Erdreich (alte Leitungen, felsiger Boden); Lärm- und Staubbelastung, die zu Unmut in der Nachbarschaft führen kann.

Erfolgsfaktoren

Aktives Baustellenmarketing (Infotafeln, regelmäßige Updates per Newsletter); kurze Bauabschnitte, um Belastungen gering zu halten.


Hausanschlüsse und finale Lieferverträge

Das Netz nähert sich den Kellern der Mitglieder. Hier entscheidet sich die Kundenzufriedenheit für die nächsten Jahrzehnte.

Unterschritte

  • Installation der Hausanschlussleitungen und Übergabestationen.
  • Rückbau der alten Kessel (falls vereinbart) und Einbindung der neuen Station in die Hausinstallation.
  • Unterzeichnung der endgültigen, rechtsverbindlichen Wärmelieferverträge.

Hürden

Terminliche Abstimmung mit den einzelnen Haushalten; kurzfristige Absprünge von Interessenten kurz vor Baubeginn.

Erfolgsfaktoren

Klare Kommunikation der technischen Voraussetzungen für den Hausanschluss; persönliches Erscheinen des Vorstands bei kritischen Terminen vor Ort.


Zusammenfassende Erkenntnisse für die Umsetzungsphase

Vorsicht bei der Euphorie

Die Bauphase dauert oft länger als gedacht. Kommunizieren Sie Pufferzeiten realistisch, um Enttäuschungen zu vermeiden.

 

Flächensicherung

Stellen Sie sicher, dass alle Gestattungsverträge (Leitungsrechte auf privatem Grund) rechtssicher vorliegen, bevor der Bagger kommt.

 

Liquidität

Behalten Sie die Zahlungsströme im Blick – hohe Rechnungen der Baufirmen müssen zeitnah beglichen werden, während Fördergelder oft erst zeitversetzt fließen.

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Deutscher Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.

www.dgrv.de

 

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