Das erste kalte Nahwärmenetz Thüringens wurde von der Energiegenossenschaft Helmetal eG im Wohngebiet „Lehmkuhle“ in Werther realisiert. Es versorgt 33 Einfamilienhäuser mit nachhaltiger Wärme und setzt dabei auf innovative, klimafreundliche Technik. Im Unterschied zu üblichen Netzen nutzt dieses System niedrige Netztemperaturen, kombiniert mit dezentraler Stromproduktion über PV-Anlagen, um eine möglichst CO₂-neutrale Versorgung sicherzustellen.
Factsheet
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Gründung:2013
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Projektstart:2021
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Standort:Neubaugebiet „Lehmkuhle“, Werther (Thüringen)
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Anschlüsse:33 Einfamilienhäuser mit festem Anschlusszwang
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Wärmequelle:Oberflächennahe Geothermie (~8.000 m² Kollektorfeld, Tiefe ca. 1,4 m)
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Netztemperatur:ca. 8 °C Vorlauf
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Investitionsvolumen:rund 330.000 €, davon ca. 50 % Förderung über GreenInvest der Thüringer Aufbaubank
Bauplätze mit festem Anschluss
In dem Neubauquartier „Lehmkuhle“ gilt für alle 33 Bauplätze ein verbindlicher Anschlusszwang an das kalte Nahwärmenetz. Grundstückseigentümer sind verpflichtet, beim Erwerb der Fläche einem genossenschaftlichen Anschlussvertrag zuzustimmen, der den Anschluss ans Netz und die Nutzung der Sole-Wasser-Wärmepumpe regelt. Mit dem Netzanschluss können sie Mitgliedsanteile an der Energiegenossenschaft zeichnen und so Miteigentümer des Netzes werden.
Die Architektur dieses verbindlichen Anschlussmodells erlaubt der Genossenschaft, die Investition in das Netz sicher zu kalkulieren, da der Platz wirtschaftlich genutzt wird und weder Lücken in der Anschlussdichte entstehen noch einzelne Parzellen aus dem Konzept ausbrechen. Diese Planungssicherheit ermöglichte die Förderstruktur über die Thüringer Aufbaubank und intensive Kostenkontrolle bereits im Vorfeld der Bautätigkeiten.
Lessons Learned
Das Projekt zeigt, dass insbesondere bei der Erschließung von Neubaugebieten und ihrer nachhaltigen Wärmeversorgung ein fester Anschlusszwang und klar strukturierte Anschlussverträge wesentliche Erfolgsfaktoren sind. Sie sorgen für finanzielle Planbarkeit und reduzieren das Risiko einer zu geringen Anschlussdichte. Nichtsdestotrotz sollte bei der Projektplanung klar sein, dass auch Hinsichtlich des Erwerbs der Bauplätze durch neue Eigentümer:innen ein Risiko besteht. Die Einbindung der Bauplatznutzer:innen als Genossenschaftsmitglieder schafft dann jedoch ein starkes Gemeinschaftsgefühl und Verantwortung für die Infrastruktur – zugleich fördert das Modell die lokale Identifikation und langfristige Stabilität. Die enge Kooperation mit kommunalen Fördergebern und regionalen Betrieben (wie TWS und ThEGA) sichert eine hohe Umsetzungsgeschwindigkeit: Planung, Bau und Inbetriebnahme erfolgten in weniger als einem Jahr. Auch die technische Betriebsführung durch die TWS Thüringer Wärme Service GmbH ist ein Schlüssel zum Erfolg. Als Demonstrationsprojekt mit Umweltpreisen ausgezeichnet, liefert die Energiegenossenschaft Helmetal eG eine Blaupause für Neubauquartiere in Deutschland, die auf effiziente, solidarische und klimafreundliche Quartiersversorgung setzen möchten.
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